Dienstag, 3. September 2013

Der Spinnkurs bei Wiesensalat

Wie ich ja vorab berichtet hatte, war ich am Wochenende auf einem Spinnkurs im schönen Rheinhessen. Ich hatte wundervolle Gastgeber und Margit von Wiesensalat hat einen super Kurs für uns organisiert. Wir waren allesamt acht Frauen mit guter Laune, je einem Spinnrad und ganz viel Wissbegierde, was man alles sonst noch mit dem eignenen Rädchen anstellen könne.

Denn es geht wohl nur den wenigsten Spinnern so, dass sie ohne Probleme und große Umstände immer eine andere, gerade gewünschte Garnstärke spinnen können. Am Anfang wollte man eben nur die ganzen Unregelmäßigkeiten ("schwangere regenwürmer") loswerden, aber ehe man sichs versieht, fällt man immer wieder beim Spinnen auf eine bestimmte Garnstärke zurück.
Gerade gegen dieses einseitige Spinnen war der Kurs und er hat mir sehr viel beigebracht.


Hier mal ein Bild der bunten Räderrunde :)
Für meine Sitznachbarin und mich ganz spannend: beides ein Sonata und wir haben unterschiedliche Dinge am Rad entdeckt bzw. die anderen übersehen. Es war schon sehr schön, sich über das gleiche Rad austauschen zu können.




Da war wirklich fast alles vertreten: Kromski, Louet, Ashford, Schacht, Lendrum...das spannende Rad im rechten Vordergrund ist das Rad Michi von Schwarzenstein (jaja, ein adeliges Rädchen ;) ).

Nicht nur, dass es für uns reichlich zu Trinken und zu Essen gab - unsere Räder mussten bei diesem Wollbuffet auch keinen "Hunger" leiden.



Für allerhand Lehhreiches zum Ausprobieren wurde gesorgt.
So gab es eine Kardiermaschine, englische Wollkämme und vieles mehr, um mal ausprobieren zu können, wie man die Fasern unterschiedlich vorbereiten kann, ganz nach den Bedürfnissen des Garns, das wir herstellen wollen.


Ziehen eines Kammzugs an den englischen Wollkämmen für Kammgarne.


Ein kardiertes Vlies/Batt für ein weiches Streichgarn.

Wir lernten unser Spinnrad richtig einzustellen, wie man einen Single spinnt, der nicht zu viel Drall hat, Kammgarn mit dem kurzen Auszug, Streichgarn mit dem langen Auszug, normales Verzwirnen, Navajo, Anden-Plying und Cable-Zwirnen :) Und alles hat so viel Spaß gemacht.

Die Gruppe war so motviert, dass wir gar nicht aufhören wollten...somit hatte ich am ersten Tag schon Muskelkater in den Beinen xD

Aber es hat sich wirklich gelohnt! Hier mal meine Spinnausbeute:


Verschiedene Kamm- und Streichgarne, ein Single, und zwei Cable-Garne.
Für manch einen mag das eventuell nicht nach viel aussehen, aber die Bandbreite, die wir in diesem Kurs gelernt haben, all die Hintergrundinformationen...da sind diese Stränge nur ein kleiner Ausschnitt von.
Ich gehe nun ganz anders ans Spinnen heran, plane und überlege mir vorher, was ich spinnen möchte, wofür und wie ich mein Rad dafür einstellen muss, damit es auch funktioniert.
Sicherlich werde ich auch noch oft einfach so vor dem Rad sitzen und mein gewohntes, dünnes Garn spinnen, aber irgendwann werden all die Einstellungen und verschiedenen Techniken ins Blut übergehen und dann kann ich auch damit total versunken spinnen :)

Liebe Margit, nochmals vielen lieben Dank für all das Wissen, dass du mit uns geteilt hast.


Liebe Grüße,
Anne

Kommentare:

  1. Kann Dir nur zustimmen - herrlich informativ und anregend! Danke für die schönen Bilder!
    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. Das hört sich super gut an. Hätte ich auch gleich Lust zur Teilnahme......LG von Viola

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  3. Ich kann mir vorstellen wieviel Freude Ihr dort hattet.
    LG Ute

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  4. Danke Anne,
    ich freue mich so, dass es Euch gefallen hat und vor allem, dass es Euch was gebracht hat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Spinnen dann besonders viel Spaß macht, wenn man das erreicht, was man sich vorgenommen hat - und dazu trägt das Wissen, dass ihr jetzt habt hoffentlich bei.

    Liebe Grüße
    Margit

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