Montag, 10. Juni 2013

Gartenimpressionen

Nun ist das Wochenende schon wieder vorbei - naja, das nächste nährt sich ja zusehends.

Viel wurde im Garten in den letzten Tagen geschafft:
zwei neue Gemüsebeete, den Rasen gemäht,
eine Stockrose an meinem Blumentopfschuppen gepflanzt,
den Kampf gegen die Schnecken aufgenommen ( mit ganz vielen Ekelrufen),
Sonne getankt und sich dann bei einem Blick in die fast leeren Regentonnen gefragt,
wann wieder Nachschub für die Pflanzen kommt.
Zum Glück hat es heute nacht geregnet, sonst würden wahrscheinlich noch mehr Tomaten das Zeitliche segnen...das etwas trübe Licht wird ihnen heute sehr gut tun.

Hier mal ein bisschen was aus dem Garten:


Die Brombeeren sind fleißig am blühen.


Der Wein steht kurz vor der Blühte.


Die Johannisbeeren versprechen eine reiche Ernte.


Aus diesen jungen Trieben wurde Badesalz angesetzt :)


Ein mit Blutpflaume gefärbter Kammzug wurde angesponnen.


Das erste Mal im Garten spinnen *freu*


Die Solarfärbungen nutzen auch fleißg das Sonnenlicht.


Nun heißt es schnell mit der Bahn zur Uni :)

Ich wünsch euch einen schönen Start in die Woche,
Anne

Freitag, 7. Juni 2013

Nadelbinden - Beginnen aus der Rosette

Um die verschiedensten Dinge nadelzubinden gibt es mehrere Anfangsmöglichkeiten.
Die zwei gängisten sind:

  1. Luftmaschen zur Runde schließen 
  2. aus der Rosette (Kreis) beginnen
Hier soll es jetzt darum gehen, wie man aus der Rosette beginnt.
Socken kann man zum Beispiel von der Spitze aus ( toe up) mit der Rosette beginnen
oder aber man schließt eine nadelgebundene Luftmaschenkette zur Runde und arbeitet die Socken
vom Bein aus zu den Zehen ( cuff down).

Wie man anfäng ist wirklich geschmackssache. Viele bevorzugen bei Mützen die Variante mit den Luftmaschen, da dabei exakt mit dem Kopfumfang gearbeitet werden kann, jedoch muss man hier ab einer bestimmten Höhe daran denken, gleichmäßig Maschen/Schlaufen abzunehmen. Aber auch die andere Variante wäre möglich und wird oft benutzt, man muss eben ausprobieren was einem eher liegt um zu einem tragbaren Ergebnis zu kommen.

Ich versuche euch nun zu zeigen wie ich die Rosette gelernt habe und werde für den Maschenaschlag den Anschlag benutzen, wie ich ihn auch beim Stricken verwende.
Wenn ihr Maschen anders als ich anschlagt, benutzt einfach eure Methode, wichtig ist nur,
dass die Maschen da sind. Solltet ihr noch nie Maschen angeschlagen haben und meine Bilder und Beschreibungen führen nur zu Verwirrungen, so schnappt euch jemanden, der es kann, oder
schaut euch im Internet nach Videos um.

Wie immer brauchen wir Wolle und eine Nadel. :)

Bilden der Rosette:


Das Fadenende halte ich mit Kleinem- und Ringfinger fest,
lass den Arbeitsfaden über den Daumen gehen,
der Faden geht über den Zeigefinger und wird mit dem Mittelfinger fixiert.
Es entseht ein Dreieck.


Mit der Nadel gehe ich unter den gespannten Faden zwischen Daumen und Zeigefinger.
Die Maschen schlage ich immer nur aus diesem Fadenabschnitt und
dem Abschnitt zwischen Daumen und Mittelfinger an.


Nun wird die Nadel um 180° in deine Richtung gedreht (Spitze zeigt von dir weg)


Mit der Nadelspitze geht man nun unter den Faden am Feigefinger und
 nimmt diesen mit der Nadel mit. Hier nochmal ein Bild von der anderen Seite.


Als nächstes sticht man mit der Nadelspitze von oben in die Schlaufe,
die sich am Daumen gebildet hat (kein Foto) und lässt diese Schlaufe vom Daumen rutschen.
Es sind die ersten zwei Maschen auf der Nadel.
Diesen Anfangsmaschen sind denke ich das Schwierigste.
Die folgenden Maschen werden angeschlagen, indem man unter dem äußeren Daumenfaden einsticht, den Faden vom Zeigefinger mit der Nadel durch die so gebildete Schlinge zieht und festzieht.
Eine Masche mehr.


So sieht das dann nach den ersten zwei Anfangsmaschen und
drei weiteren Maschen auf der Nadel aus.


Ich persönlich nehme immer zwischen 12 und 14 Maschen für eine Rosette auf,
aber das muss man ausprobieren, wie es einem am besten gefällt.


Nachdem nun alle Manschen auf der Nadel angeschlagen sind,
ziehen wir die Nadel mit dem Arbeitsfaden durch diese Maschen durch.


 Nach dem Festziehen sieht das dann so aus.
Die Rosette ist fertig und wir können beginnen.



Mit der Rosette aus der Runde beginnen:


Dieses ist also nun die Rosette, mit der wir aus der Runde beginnen.
Haltet die Rosette wie bei der Brezel zwischen Daumen und Zeigefinger fest,
der Arbeitsfaden sollte wieder links liegen.


Nun wickeln wir den Arbeitsfaden zweimal recht straff um den Daumen um eine HS (hintere Schlaufe) und eine DS (Daumenschlaufe) zu bekommen.


Es wird in die erste Schlaufe eingestochen und der gewünschte Stich (hier York-Stich) gearbeitet.

In der ersten Runde werden aus jeder Schlaufe zwei Stiche gebunden,
in der zweiten Runde aus jeder zweiten, in der dritten Runde aus jeder dritten etc.
Dadurch bekommen wir eine gleichmäßige Zunahme, die für einen Kreis wichtig ist.


So sieht es nach einer Runde aus: die Schlaufen-/Maschenzahl hat sich verdoppelt.
 

Hier ist die zweite Runde (jede zweite Masche doppelt) in Gelb gearbeitet.
So setzt sich das Runde für Runde fort.


Ich hoffe das war soweit verständlich xD
Wenn etwas nicht klar ist oder sonst welche Fragen da sind, dann meldet euch.

Liebe Grüße
Anne

Donnerstag, 6. Juni 2013

Färben mit Blutpflaume

Letzte Woche bekam ich von einer Nachbarin mehrere Äste ihrer Blutpflaume geschenkt.

Die Blutpflaume  (Prunus cerasifera ) kommt ursprümglich aus Asien und wird hier gerne als Zierbaum kultiviert und ist die dunkellaubig Variante der Kirschpflaume,
ähnlich unserer Blutbuche, die eine Variante der Rotbuche ist.
Die Früchte der Blupflaume sind im ausgereiften Zustand nicht nur essbar, sondern auch sehr lecker.

Aber ich hatte es ja nicht auf die Pflaumen abgesehen, sondern auf die roten Blätter
sowie den Bast der Äste. Das ganze Gestrüpp nahm ich mit in den Garten und färbte mit etwa 1kg frischer Blätter, die ich vor dem Färben noch etwas zerschnitten hatte.

Als ich die ersten Stränge aus dem gut süßlich riechenden Färbesud entnahm war ich schon etwas enttäuscht. Anstatt ein Grün hatte ich ein dunkles Oliv-Khaki erreicht gehabt...gar nicht meine Farbe.
Der zweite Zug wurde nicht wirklich schöner, auf einem Strang Woll-Seidengemisch zog die rot-violette Flüssigkeit sogar eher grau auf. So kippte ich den restlichen Sud am Nachmittag weg
und ärgerte mich um die gefärbte Wolle. Aber nun war sie gefärbt - also wurde alles zum Trocknen ausgebreitet, die Färbekuche aufgeräumt und gegen Abend allein gelassen.

Zwei Tage später überraschten mich die Stränge mit dieser schönen sattgrünen Farbe:


Also bitte, falls ihr mit Blutpflaume färben wollt und alles erst richtig doof aussieht....färbt weiter und kippt den Sud nicht weg, aus den Strängen wird noch was schönes werden.


Hier bekomm ich die Farbe leider nicht mehr so hin. Es ist witklich ein schönes sattes Mittel- bis Lindgrün geworden. Für einen der Stränge habe ich auch schon eine Idee :)

Liebe Grüße,
Anne


Mittwoch, 5. Juni 2013

Wollwaschtag

Seit Sonntag meint es das Wetter ja gut mit der Ecke, in der ich lebe.
Das große helle Ding ist wieder am Himmel und wir genießen es :)
In den Gläsern hat sich auch schon was getan:

Wiesenkerbel mit Sockenwolle

Malve (schwarze Stockrose) mit Wollseidenmischung

Rote Zwiebelschalen mit Wollseidenmischung

Holunderblätter, Rharbarber und Phingstrosenblütenblätter mit Sockenwolle

Aber das schöne Wetter wurde auch genutzt um die ersten Wollberge vom Scheren zu waschen:



So sah das dann gestern ausgebreitet im Garten aus:
Von links nach rechts haben wir da den kleinen Haufen Suffolkwolle, dann das Heidschnuckenvlies 
( ich will immer Fell schreiben...), Merino obehalb der Heidschnucke, daneben das Vlies Coburger Fuchs und ganz rechts den Berg vom Texelbock.

Angefangen hab ich mit der Wolle vom Suffolk und dem Coburger,
irgendwie muss das ja auch noch trocknen.



Ich lass mich mal davon überraschen, was die Vöglem mir gelassen haben.

Hier auch nochmal das Heidschnuckenvlies in Großaufnahme.


Es ist schon recht gut von der Rückseite aus angefilzt, das will ich noch verstärken und dann
bekomm ich auch nie wieder einen kalten Po, wenn ich draußen im Garten oder im Lager sitze.

Liebe Grüße
Anne

Dienstag, 4. Juni 2013

Solarfärbung aus dem April

Meine letzte Solarfärbung dürfte nun endlich aus den Gläsern.
Da tat sich nichts mehr und wer kanns ihnen bei dem wenigen Sonnenschein,
den wir momentan haben auch verübeln.

Wer nochmal nachlesen möchte : hier (klick) gehts zu der letzen Solarfärbung.


Oben die Färbung mit dem Giersch (punktuell kräftig Gelb), die Blauholz, Veilchen-Färbung
und ganz unten die Färbung mit Gundermann (ein helles Pastellgrün).
Bis auf die Blauholzfärbung etwas enttäuschend, so hatte ich in Bochum mit Giersch
ein ganz tolles Grün gefärbt gehabt. Und auch der Gundermann war kräftiger.
Aber vielleicht hat den Pflanzen dafür auch einfach vorher die Sonne gefehlt. Beide Stränge sind zum Überfärben auf Seite gelegt worden und einer durfte dann auch mit in den Farbsud der Blutpflaume.

Nächstes Jahr werde ich es nochmals versuchen :)

Und da so schönes Wetter am Sonntag war hab ich die Gläser auch gleich neu bestückt.


Von links nach rechts: Essigwasser, Wollseidengarn mit roten Zwiebelschalen, Wollseidengarn mit Malvenblüten (tippe auf schwarze Stockrose), Gierschfärbung mit getrockneter Wiesenkerbel, und normale Sockenwolle mit Holunderblättern, Rharbarberblättern und den ersten abfallenden Blütenblättern meiner Pfingstrosen.

Ganz schnell färbte sich das Wasser und die Wolle im Malvenglas blau,
mal abwarten wie sie am Ende aussehen wird.
Bei den Zwiebelschalen ging es auch schon los bevor ich das letzte Glas fertig bestückt hatte :) 
Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen.

Hoffen wir mal, dass keine weiteren Wassermassen vom Himmel in so kurzer Zeit fallen.

Ich fahr nun in den Garten (hab Unifrei :) ) und fang an die Wolle zu Waschen.
Es ist zwar bedeckt, aber ich hoffe mal, dass es sich hält.
Die am Wochenende gesetzten Pflanzen brauchen auch etwas Aufmerksamkeit,
aber die zeig ich euch die Tage.
Zum Abschied nun eine meiner Lieblingsblumen,
von denen ich in meinem späteren Garten am Haus ganz viele haben möchte:


Liebe Grüße,
Anne

Montag, 3. Juni 2013

Schafschur

Heute Morgen war ich auf meinem Uni-Lehrhof zum Schafescheren.
Da wir leider keine Schafe mehr explizit behandelt wollte ich gerne dabei sein,
mir das mal richtig ansehen, nicht nur als Video und konnte mir auch Wolle aussuchen.


Die Auen warten schon ungeduldig und blöken was die Stimme her gibt, vor allem die Merinos.
Mit in der Herde waren neben ihnen noch ein Bentheimer Landschaf, zwei Coburger Füchse, zwei Heidschnucken, ein Texel, ein Schwarzkopf und ein Suffolkbock.



Ist er nicht ein wundervoller Kerl? 120 kg und er weiß nichts davon, das war so toll.
Zwar hatte er heute Morgen schlechte Laune, aber als das Scheren begann war er ganz lieb,
lammfromm eben ;)


Geschoren wurde nach neuseeländischer Art auf dem Boden.
Da war schnell das Schaf gepackt und auf den Hintern gesetzt.
Beim Scheren gabs neugierige Blicke von Nebenan: eine Heerde Rhönschafe,
die bei dem Hof zur Pflege unterstehen.


Nach zwei Stunden waren alle 14 Tiere von ihrer Wolle befreit und konnten wieder auf die Weide.
Zum Glück ist heute schönes Wetter, 20°C und das Grün der Wiese lockte doch sehr.


An Wolle zum Waschen liegt nun im Garten: ein Vlies von der gehörnten grauen Heidschnucke,
ein Vlies vom Coburger Fuchs, ein Vlies von einem Texelbock ( vom Scherer geschenkt bekommen),
ein Vlies Merinowolle und das hlabe Vlies von "meinem"  Suffolk Bock :)
Nun kann ich Morgen mit dem Waschen anfangen.

Liebe Grüße
Anne

Sonntag, 2. Juni 2013

Gewonnen hat...?

Nach vielen, vielen Tagen sintflutartiger Regenfälle ist das Wetter mal wieder schön.
Klar, es sind noch Wolken am Himmel und es ist windig, aber ich habe heute mal annährend eine Chance was im Garten zu schaffen. Der Rasen ist sicherlich fast Kniehoch, es müssen noch zwei Gemüsebeete her, die Beikräuter wollen mal wieder zurechtgewiesen werden....so viele Pflanzen,
die in ihren kleinen Töpfen stecken und endlich in den richtigen Boden wollen.
Es ist also viel zu tun.
Vielleicht schaff ich heute auch noch ein bisschen zu färben - eine Nachbarin schenkte mir mehrere Äste ihrer Blutpflaume. Auch möchte ich neue Solarfärbungen ansetzen...neue Tutorials für das Nadelbinden sind ebenfalls in Arbeit. Und Montag Morgen helfe ich bei der Schafschur :)

Aber wer hat denn nun die Geburtstags-Verlosung gewonnen?



Erst einmal vielen lieben Dank für eure Kommentare :)
Es ist wie immer schön zu sehen, dass man mit seinen Gedanken nicht immer alleine ist ;)

Die altbekannte Holzschale wurde mit den Losen gefüllt, gut durchgemischt und einmal Zog mein Mann, das zweite Mal ich. Je nach wunsch einen Strang Sockenwolle, Dochtwolle oder Spinnfaser haben gewonnen:


Herzlichen Glückwunsch ihr zwei :)
Bitte sendet mir per Mail euren Wunschgewinn und eure Adresse zu.
Allen anderen danke ich für die Teilnahme und es wird sicherlich bald wieder eine neue Verlosung geben. Vielleicht werden ihr dann ja gezogen.

Liebe Grüße
Anne