Mittwoch, 5. Juni 2013

Wollwaschtag

Seit Sonntag meint es das Wetter ja gut mit der Ecke, in der ich lebe.
Das große helle Ding ist wieder am Himmel und wir genießen es :)
In den Gläsern hat sich auch schon was getan:

Wiesenkerbel mit Sockenwolle

Malve (schwarze Stockrose) mit Wollseidenmischung

Rote Zwiebelschalen mit Wollseidenmischung

Holunderblätter, Rharbarber und Phingstrosenblütenblätter mit Sockenwolle

Aber das schöne Wetter wurde auch genutzt um die ersten Wollberge vom Scheren zu waschen:



So sah das dann gestern ausgebreitet im Garten aus:
Von links nach rechts haben wir da den kleinen Haufen Suffolkwolle, dann das Heidschnuckenvlies 
( ich will immer Fell schreiben...), Merino obehalb der Heidschnucke, daneben das Vlies Coburger Fuchs und ganz rechts den Berg vom Texelbock.

Angefangen hab ich mit der Wolle vom Suffolk und dem Coburger,
irgendwie muss das ja auch noch trocknen.



Ich lass mich mal davon überraschen, was die Vöglem mir gelassen haben.

Hier auch nochmal das Heidschnuckenvlies in Großaufnahme.


Es ist schon recht gut von der Rückseite aus angefilzt, das will ich noch verstärken und dann
bekomm ich auch nie wieder einen kalten Po, wenn ich draußen im Garten oder im Lager sitze.

Liebe Grüße
Anne

Dienstag, 4. Juni 2013

Solarfärbung aus dem April

Meine letzte Solarfärbung dürfte nun endlich aus den Gläsern.
Da tat sich nichts mehr und wer kanns ihnen bei dem wenigen Sonnenschein,
den wir momentan haben auch verübeln.

Wer nochmal nachlesen möchte : hier (klick) gehts zu der letzen Solarfärbung.


Oben die Färbung mit dem Giersch (punktuell kräftig Gelb), die Blauholz, Veilchen-Färbung
und ganz unten die Färbung mit Gundermann (ein helles Pastellgrün).
Bis auf die Blauholzfärbung etwas enttäuschend, so hatte ich in Bochum mit Giersch
ein ganz tolles Grün gefärbt gehabt. Und auch der Gundermann war kräftiger.
Aber vielleicht hat den Pflanzen dafür auch einfach vorher die Sonne gefehlt. Beide Stränge sind zum Überfärben auf Seite gelegt worden und einer durfte dann auch mit in den Farbsud der Blutpflaume.

Nächstes Jahr werde ich es nochmals versuchen :)

Und da so schönes Wetter am Sonntag war hab ich die Gläser auch gleich neu bestückt.


Von links nach rechts: Essigwasser, Wollseidengarn mit roten Zwiebelschalen, Wollseidengarn mit Malvenblüten (tippe auf schwarze Stockrose), Gierschfärbung mit getrockneter Wiesenkerbel, und normale Sockenwolle mit Holunderblättern, Rharbarberblättern und den ersten abfallenden Blütenblättern meiner Pfingstrosen.

Ganz schnell färbte sich das Wasser und die Wolle im Malvenglas blau,
mal abwarten wie sie am Ende aussehen wird.
Bei den Zwiebelschalen ging es auch schon los bevor ich das letzte Glas fertig bestückt hatte :) 
Jetzt muss nur noch die Sonne scheinen.

Hoffen wir mal, dass keine weiteren Wassermassen vom Himmel in so kurzer Zeit fallen.

Ich fahr nun in den Garten (hab Unifrei :) ) und fang an die Wolle zu Waschen.
Es ist zwar bedeckt, aber ich hoffe mal, dass es sich hält.
Die am Wochenende gesetzten Pflanzen brauchen auch etwas Aufmerksamkeit,
aber die zeig ich euch die Tage.
Zum Abschied nun eine meiner Lieblingsblumen,
von denen ich in meinem späteren Garten am Haus ganz viele haben möchte:


Liebe Grüße,
Anne

Montag, 3. Juni 2013

Schafschur

Heute Morgen war ich auf meinem Uni-Lehrhof zum Schafescheren.
Da wir leider keine Schafe mehr explizit behandelt wollte ich gerne dabei sein,
mir das mal richtig ansehen, nicht nur als Video und konnte mir auch Wolle aussuchen.


Die Auen warten schon ungeduldig und blöken was die Stimme her gibt, vor allem die Merinos.
Mit in der Herde waren neben ihnen noch ein Bentheimer Landschaf, zwei Coburger Füchse, zwei Heidschnucken, ein Texel, ein Schwarzkopf und ein Suffolkbock.



Ist er nicht ein wundervoller Kerl? 120 kg und er weiß nichts davon, das war so toll.
Zwar hatte er heute Morgen schlechte Laune, aber als das Scheren begann war er ganz lieb,
lammfromm eben ;)


Geschoren wurde nach neuseeländischer Art auf dem Boden.
Da war schnell das Schaf gepackt und auf den Hintern gesetzt.
Beim Scheren gabs neugierige Blicke von Nebenan: eine Heerde Rhönschafe,
die bei dem Hof zur Pflege unterstehen.


Nach zwei Stunden waren alle 14 Tiere von ihrer Wolle befreit und konnten wieder auf die Weide.
Zum Glück ist heute schönes Wetter, 20°C und das Grün der Wiese lockte doch sehr.


An Wolle zum Waschen liegt nun im Garten: ein Vlies von der gehörnten grauen Heidschnucke,
ein Vlies vom Coburger Fuchs, ein Vlies von einem Texelbock ( vom Scherer geschenkt bekommen),
ein Vlies Merinowolle und das hlabe Vlies von "meinem"  Suffolk Bock :)
Nun kann ich Morgen mit dem Waschen anfangen.

Liebe Grüße
Anne

Sonntag, 2. Juni 2013

Gewonnen hat...?

Nach vielen, vielen Tagen sintflutartiger Regenfälle ist das Wetter mal wieder schön.
Klar, es sind noch Wolken am Himmel und es ist windig, aber ich habe heute mal annährend eine Chance was im Garten zu schaffen. Der Rasen ist sicherlich fast Kniehoch, es müssen noch zwei Gemüsebeete her, die Beikräuter wollen mal wieder zurechtgewiesen werden....so viele Pflanzen,
die in ihren kleinen Töpfen stecken und endlich in den richtigen Boden wollen.
Es ist also viel zu tun.
Vielleicht schaff ich heute auch noch ein bisschen zu färben - eine Nachbarin schenkte mir mehrere Äste ihrer Blutpflaume. Auch möchte ich neue Solarfärbungen ansetzen...neue Tutorials für das Nadelbinden sind ebenfalls in Arbeit. Und Montag Morgen helfe ich bei der Schafschur :)

Aber wer hat denn nun die Geburtstags-Verlosung gewonnen?



Erst einmal vielen lieben Dank für eure Kommentare :)
Es ist wie immer schön zu sehen, dass man mit seinen Gedanken nicht immer alleine ist ;)

Die altbekannte Holzschale wurde mit den Losen gefüllt, gut durchgemischt und einmal Zog mein Mann, das zweite Mal ich. Je nach wunsch einen Strang Sockenwolle, Dochtwolle oder Spinnfaser haben gewonnen:


Herzlichen Glückwunsch ihr zwei :)
Bitte sendet mir per Mail euren Wunschgewinn und eure Adresse zu.
Allen anderen danke ich für die Teilnahme und es wird sicherlich bald wieder eine neue Verlosung geben. Vielleicht werden ihr dann ja gezogen.

Liebe Grüße
Anne

Freitag, 31. Mai 2013

Nadelbinden - der York-Stich

Heute soll ein neuer Stich dazu kommen :)
Für den York- oder Coppergate-Stich brauchen wir den Verbindungsstich F2 (hier nachzulesen).
Der Stich unterscheidet sich nur durch zwei Kleinigkeiten vom Oslo-Stich.

Benannt wurde dieser Stich nach dem Fundort einer nadelgebunden Socke aus dem 10. Jahrhundert in diesem Stich in Coppergate, York, England. (klick)

York-Stich in der Hansen-Notation:
UU/OOO   F2

Dies bedeutet für die Freihandmethode:
Unter den ersten beiden Fäden entlang, wenden,
über die nächsten drei hinweg.




Für die Daumenfesselmethode:
Der Stich hat eine aktive Daumenschlaufe (DS), es wird mir der Nadel von hinten in die erste hintere Schlaufe (HS) gestochen, und dann sticht man unter der aktiven Daumenschlaufe und dem Arbeitsfaden entlang.




Gleicher Anfang wie beim Oslostich:
 erst die "Brezel", dann einmal mit dem Arbeitsfaden
umwickeln und so die HS mit der DS fixieren.
 


Nun wird von hinten  in die HS eingestochen.


Und wie beim Oslo-Stich wird auch hier unter die DS
und den Arbeitsfaden gestoche sowie zugezogen.


Der York-Stich dreht sich sehr schnell ein.
 

 Wie man sehen kann hat der Stich eine löchtige Struktur, vor allem, 
wenn das spätere Gewebe auseinander gezogen wird.
Ebenfalls ist dieser Stich einer der wenigen Nadelbindstiche, die recht elastisch sind.

Um den York-Stich zur Runde zu schließen muss man noch mehr als beim
Oslostich darauf achten, dass die Luftkette nicht verdreht ist.

Danach wird mit dem Verbindungsstich F2 gearbeitet.


Einstechen in die neue Schlaufe und in die vorherige.
 


Hier ein Stück im York-Stich gearbeitet.


Liebe Grüße,
Anne

Nadelbinden - Verbindungsstich F2

Beim Nadelbinden gibt es verschiedene Möglichkeiten die Stichreihen miteinander zu verbinden.
Beim Oslostich haben wir ja schon den Verbindungsstich F1 ( von vorne und 1 Schlaufe) kennengelernt.
Für den nächsten Stich, den ich euch zeigen möchte, brauchen wir den Verbindungsstich F2.

F2 bedeutet - von vorne in zwei Schlaufen einstechen.
Damit wir aber keine Abnahme haben (dazu wird ja ebenfalls in zwei Schlaufen eingestochen)
stechen wir in die neue Schlaufe und in die vorherige Schlaufe ein.
Durch diese Verbindungsart überlappt sich das Gewebe mehr und ist dicker.

Hier nun Bilder für ein bessere Verständnis:


Einstechen in die neue Schlaufe und in die vorherige,
aus der schon ein Stich (Gelb) gearbeitet wurde.




Liebe Grüße,
Anne

Donnerstag, 30. Mai 2013

Nadelbinden - Lernprojekt I

Was haben wir bis jetzt gelernt?

- den Oslostich
- wie man eine Luftmaschenkette beim Nadelbinden arbeitet
- Zu- und Abnahme
- Arbeit zur Runde schließen


So und nun folgt das erste Projekt um all diese Dinge zu üben.
Aber vorher mal so in die Runde gefragt: Wie kommt ihr mit den Anleitungen zurecht?
Sind sie verständlich, reichen euch die Fotos? Sollen mehr Zwischenschritte eingefügt werden?
Gebt mir eine Rückmeldung ;)

Lernprojekt I - Handstulpen


Armstulpen im Oslostich F1, gefärbt mit Rotholz und Walnuss

Bei diesem Wetter sehr angebacht und eigentlich immer nützlich, klein genug um sie schnell arbeiten zu könne, schönes Mitbringsel und haben im Rucksack oder in der Jackentasche immer Platz.

Materialien:
  • je nach gewünschter Stulpenlänge bis zu 100g Wolle
  • Nadel
  • Geduld
1.)

Überlegt euch ob ihr von der Hand aus oder vom Arm aus anfangen wollt (ich werde die Anleitung von der Hand aus schreiben, alle die anders herum arbeiten wollen lesen die Anleitung  bitte "rückwerts"). Macht so viele Luftmaschen im Oslostich,dass sie bequem um eure Hand/Arm passen - inklusive Pulli.

2.)

Verbindet die Luftmaschenkette zur Runde und arbeitet zwei bis drei Runden bis ihr auf Höhe des Daumens angekommen seid. In der Breite des Daumens arbeitet ihr ein paar Luftmaschen und stecht in der Anzahl der Luftmaschen genauso viele Maschen später wieder in die Schlaufe ein ( z.B. 5 Luftmaschen für das Daumenloch und in die 6. Schlaufe wieder einstechen) und arbeitet weiter in der Runde.

 3.)

Nach dem Handballen könnt ihr beliebig eurem Arm entsprechend Abnahmen am Handgelenk oder Zunahmen Richtung Ellenbogen einarbeiten.
4.)

Wenn die Stulpen die gewünschte Länge haben arbeitet ihr den letzten Stich und zieht die letzten beiden Schlaufen langsam nach einander fester zusammen. Aus den Schlaufen entsteht ein Knoten. Nun müssen nur noch die Fäden vernäht werden.
Ich wünsch euch viel Spaß, Erfolg und schön warme Stulpen :)
Anne